Kronensicherung

Problematische Rissbildung am Zwiesel. Hier sollte gesichert werden.
Kronensicherung an einer Linde
Einbau einer dynamischen Kronensicherung

Der Begriff „Kronensicherung“ beschreibt eine Maßnahme zur Sicherung von Baumkronen oder einzelnen Ästen. Es werden spezielle Seile in die Baumkrone eingebaut, um dem Aus- oder Abbrechen von Kronenteilen entgegenzuwirken. Dies hat sowohl auf die Verkehrssicherheit als auch auf die Erhaltung von Bäumen positive Auswirkugen.
 
Klassischerweise werden Kronensicherungen dann eingebaut, wenn der Baum unstabile Zwiesel (Verzweigungsstellen von größeren Kronenteilen) ausgebildet hat und die Gefahr besteht, dass die Krone auseinander bricht. An Stelle eines übermäßigen Entlastungsschnittes oder gar der Kappung von Bäumen erfüllt die Kronensicherung den Zweck der Stabilisierung des Baumes bei gleichzeitigem Erhalt seiner natürlichen Form.    
 
 
Die wichtigsten Kronensicherungssysteme:
 
1. Dynamische Bruchsicherung:
Kommen bei Bäumen zum Einsatz, die zwar Schwachstellen aufweisen, an denen aber noch keine Brucherscheinungen zu erkennen sind. Die leicht dehnbaren Seile werden „locker“ zwischen den relevanten Stämmlingen eingebaut, so dass die Baumkrone weiterhin beweglich bleibt und die Sicherung nur im Falle einer Überlastung bzw. eines übermäßigen Aufschaukelns wirksam wird. Die Sicherung wird in der Regel durch Dreiecksverbindungen ausgeführt.
 
2. Statische Bruchsicherung:
Bei angerissenen Baumteilen (z.B. V-Zwiesel mit erkennbarem Riss) muss die Bewegung der Schadstelle vollständig unterdrückt werden, um ein Weiterreißen zu verhindern. Dazu werden Seile mir geringer Dehnung relativ straff eingebaut und somit die Schwachstelle „ruhig gestellt“.
 
3. Tragsicherung
Hier steht die eher lotrechte Sicherung von einzelnen Kronenteilen vor Absturz im Vordergrund. Die Kronenarchitektur eines Baumes ermöglicht nicht immer die unter den Punkten 1 und 2 beschriebene räumliche Sicherung. Können die wirkenden Kräfte nicht gleichmäßig innerhalb der Krone verteilt werden, wird das Abbrechen des betroffenen Kronenteils durch einen möglichst vertikalen Einbau des Seiles vermieden.